Besuch in Papua Neuguinea

Im August 2008 waren haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Frauenarbeit mit Unterstützung des Leipziger Missionswerkes in Papua Neuguinea (PNG) zu einer Bildungs- und Begegnungsreise.
Über Kontakte und Austausch mit Frauen und Frauengruppen konnten Einblicke in die Lebensumstände gewonnen werden. Dabei blieb das Ziel, voneinander zu lernen und mit den neuen Erfahrungen unsere Situation zu reflektieren.

Papua Neuguinea

Begegnung mit den WGT-Frauen aus PNG.
Taille zeigt frau nicht. Das wäre unschicklich.


Papua Neuguinea

Parlamentsgebäude in Port Moresby - einem traditionellen Männerhaus nachempfunden.
Laut Verfassung sind Frauen gleichberechtigt, aber ein Männerhaus durften sie früher nicht betreten. Es gibt auch nur eine Frau in der Regierung - und die ist weiß.


Papua Neuguinea

In Mt.Hagen (Hochland) sind wir Gäste beim Sing-sing, einem Festival.
Menschen verschiedenster Stämme tanzen und singen in ihren besten Festgewändern.
Dieses Fest wird einmal im Jahr abgehalten, um die verschiedenen Kulturen zu pflegen und die Stämme einander nahezubringen.
Leider sind gerade im Hochland Stammeskonflikte nicht selten. Hier aber erleben wir ein Freudenfest.


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Die Männer sind mit Kinamuscheln geschmückt.
Früher waren diese Muscheln Zahlungsmittel und so heißt heute auch das Geld Kina.


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Kotna war die Wirkungsstätte der Missionarsfamilie Jäschke. Sie waren die ersten Leipziger Missionare im Hochgland PNG´s. Die Kaffeebäume, die sie angepflanzt haben, werden noch immer gepflegt und von den Erträgen das Krankenhaus betrieben.
Heute lebt hier Familie Koi. Pfarrer James Koi erzählte viel von der Aidsproblemen in PNG. Seine Frau Maureen verwaltet das Krankenhaus und ist Ansprechpartnerin der Alphabetisierungsprojektes.


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Die Frauen in Kotna berichten von ihren Problemen. In PNG tragen Frauen alle Lasten - im übertragenen und im wahrsten Sinne des Wortes.
Die im Hochland verbreitete Zahlung von hohen Brautpreisen bringt viele Probleme mit sich. Wir hören aber auch von viel Dankbarkeit.


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Der Posaunenchor spielt auf Instrumenten, die von der sächsischen Posaunenmission gespendet wurden, für uns.
Zu unseren Ehren erklingen die Nationalhymnen PNG´s und Deutschlands. Nuiginis sind sehr stolz auf ihre Nation.


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Männer haben für uns Frauen als Zeichen des Dankes diese Maryblaus und Laplaps genäht.
Deutsche werden sehr geehrt. Sächsische Missionare haben mit den Erzählung über Jesus die Möglichkeit von Vergebung gebracht.
So konnte die vorher allgegenwärtige Blutrache unterbrochen werden.


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Markt in Mt.Hagen.
Im Hochland wird seit Jahrtausenden Landwirtschaft betrieben. Von hier aus wird das ganze Land mit Obst und Gemüse versorgt.
Viele Früchte sind uns bekannt, aber es gibt auch interessante Überraschungen. Alles ist sehr appetitlich angerichtet.


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Wir brechen ins abgelegene Hochland auf, wo wir einige Tage zu Gast sein werden. In dieser Gegend gibt es kaum weiße Gäste, so werden hunderte Christen aus den umliegenden Dörfern erwarten. Wir haben deshalb neben Gastgeschenken auch Nahrungsmittel dabei.


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Auf der Ladefläche von Pick-Ups fahren wir immer weiter ins unwegsame Gebirge. Die Berge sind steil und mit niedrigem Urwald bewachsen. Hier ist die Natur fast unberührt.


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Mit Tänzen werden wir empfangen.
Die Begrüßung ist unvorstellbar herzlich.
Wir fühlen uns sehr wohl hier.


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Am frühen Morgen ist es in dieser Höhe (2000m) empfindlich kalt. Die Sonne läßt die Nachtfeuchte verdunsten. In allen Hütten haben viel mehr Menschen genächtigt als sonst.
Für uns ist eine neue Hütte gebaut worden.


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Wasser ist wertvoll. Es muß von den Flüssen über weite Strecken getragen werden. Wir lernen einen kühlen Trunk sehr zu schätzen.
Unsere weiße Haut und die Haare sind sehr interessant. Immer wieder spüren wir neugierige Finger.


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Jeweils 3 von uns gehen in kleine Siedlungen, um dort mit den Menschen einen Tag zu erleben.
Dieser zarten Frau begegnen wir auf dem Weg. Sie schleppt in ihrem Bilums unglaubliche Lasten kilometerweit. Wir schaffen mit je der halben Last keinen Schritt zu gehen.


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In Gesprächen mit den Frauen erfahren wir viel über ihr Leben. Die Sprachwege sind etwas zeitaufwendig, aber es geht gut: deutsch-englisch (spricht eine extra mitgekommen Pfarrfrau)- Pidgin (Kreolsprache - können einige Schulkinder) - Stammessprache und zurück.


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Wir sind zu Gast in der Hütte der Predigerfamilie.
Auf dem offenen Feuer wird gekocht. Ein frisches Bananenblatt ist Teller und Tischdecke zugleich. Das Obst haben wir auf dem Weg hierher geschenkt bekommen.


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Die Gärten liegen im Urwald. Bäume werden gefällt und nach einiger Zeit verbrannt. Die Asche dient als Dünger. Die Gärten werden jeweils für kurze Zeit bepflanzt und dann der Natur überlassen, um sich zu regenerieren. Die Frauen zeigen uns die mühevolle Gartenarbeit. Obwohl kaum jemand rechnen kann, wird die Pflanzung genau und gut geplant, damit die Familie übers Jahr zu Essen hat. Alles wird frisch gegessen.


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Wir bekommen gezeigt, wie die Bilums gemacht werden.
Die Wolle, die diese Frau verwendet ist gekauft. Aus ihr werden Schmuckbilums hergestellt.
Die Mädchen tragen alle jüngere Geschwister mit sich. Familien im Hochland haben sehr viele Kinder.

So wird ein Bilum hergestellt: Anleitung (Pdf, 300 kB)

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Stolz zeigt uns die älteste Frau des Dorfes, wie traditionelle Bilums gemacht werden. Die Fasern werden aus einem Baumfarn gewonnen, eingefärbt und dann auf dem Oberschenkel zu Stricken gerollt.
Solche Bilums sind enorm haltbar und werden zum Transport der Ernte verwendet. Vor allem Süsskartoffeln sind Grundnahrungsmittel. Ein Bilum wird getragen, indem der Griff des "Netzes" über die Stirn gelegt wird.
So haben die Frauen oft Nackenschmerzen.


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Zurück im Hauptdorf: es soll eine großes Mumu (Erdofenessen) stattfinden. Zwei Schweine werden dafür geschlachtet. Das geschieht nur zu großen Festen wie Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen oder als Zeichen Friedens nach einem Stammeskrieg.


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Alte Menschen werden in PNG sehr geehrt. Dieser Herr ist stolz auf seine Urenkelin.
Wie alt er selber ist, weiß er nicht. Geburtsurkunden gibt es noch heute nur, wenn Frauen ihre Kinder in Krankenstationen entbinden.
Da sie oft im Dorf bleiben und es keine Hebammen gibt, ist die Mütter- und Säuglingssterblichkeit eine der höchsten weltweit.


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Viele Helfer füllen das Mumu. Jeder bringt etwas mit und bekommt dann später seinen Anteil. Verschiedenste Blattgemüse, Süsskartoffeln und Kochbananen kommen zu dem Fleisch in das Erdloch, dass mit großen Bananenblättern ausgelegt wurde. Steine, die im Lagerfeuer erhitzt wurden, werden immer wieder dazwischengelegt. Zum Schluss wird der Erdofen verschlossen und das Essen gart für mehrere Stunden.


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Gottesdienst in der provisorischen Kirche. Der Superintendent und viele Pfarrer sind dabei. Ein Gottesdienst in PNG braucht in der Regel keine Hauptamtlichen. Ein Kirchvorsteher hält die Predigt. Alle anderen Teile des Gottesdienstes werden spontan direkt vor dem Gottesdienst verabredet. Die Christen in PNG sind viel Bibelfester als wir hier in Deutschland. Wir haben viele sehr gute Gottesdienste erlebt.


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Das Dorfkirchlein wäre viel zu klein. Auch jetzt stehen viele Christen vor der überdachten Fläche. Drinnen sitzen alle auf dem Boden.
Es wird viel gesungen, Tamburins und Gitarren begleiten die Lieder.


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Wir feiern Abendmahl.
Das kann in PNG nur geschehen, wenn ein Pfarrer den Gottesdienst leitet. Außerdem ist es unvorstellbar, Abendmahl ohne Abendmahlswein zu feiern. Wir haben auch Oblaten mitgebracht.
So intensiv wie in diesem Gottesdienst haben wir noch nie ein Abendmahl erlebt.
Für die Nuiginis wird es auch deshalb besonders, weil sie es von einer Frau empfangen. Frauen werden in PNG noch nicht ordiniert.


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Zurück an der Küste.
Hier spielt der Fischfang eine bedeutende Rolle. Frauen wagen sich auf ihren Einbäumen aufs Meer. Das Wasser ist auch Verkehrsweg und nicht immer ist der Pazifik so ruhig. Die Gegend um Madang zeigt noch heute Reste der Infrastruktur aus der Kolonialzeit der Deutschen.


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In Küstennähe wird sehr viel Urwald gerodet.
Zum großen Teil geschieht dieser Raubbau illegal. Große internationale Holzfirmen schlagen uralte Bäume um und roden riesige Fläche. Das Tropenholz wird geschreddert und im Ausland zu Spanplatten verarbeitet.
Hier liegt ein meterhoher Berg und wartet auf das nächste Schiff.
Da das Land den Stämmen gehört, ist hier noch viel Bildungsarbeit notwendig.


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Zu Besuch in einer Schule an der Küste.
Die Schüler der ersten Klasse sitzen auf dem Boden. Es gibt keine Schulpflicht in PNG. Schule kostet Geld. Das können sich viele Eltern nicht leisten. Oft gehen nur einige Kinder einer Familie in die Schule und dann auch nur für wenige Jahre. Kinder, die eine Schule besuchen können, erhalten dort eine gute Ausbildung.