Pfarrfrauenarbeit in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens

Die Frau des Pfarrers ....gibt es seit der Entstehung des Pfarrhauses in der Reformationszeit.
Im Laufe einer langen Geschichte hat sich das Bild, das sie selbst von sich hat und das sich andere von ihr gemacht haben, immer wieder verändert.
Seit Mitte der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts gibt es eine Pfarrfrauenarbeit, auch Pfarrfrauendienst genannt, um bei den vielfältigen Fragen und Problemen, die das Leben im Pfarrhaus mit sich bringen, Hilfe zu leisten.

Die Pfarrfrauenarbeit will
  • die Stellung der Frau und der Familie des Pfarrers in Kirche und Gesellschaft immer wieder durchdenken und stärken
  • Glaubensfragen ins Gespräch bringen
  • Chancen und Belastungen, die das Leben im Pfarrhaus mit sich bringen, zur Sprache bringen und Austausch untereinander ermöglichen
  • Verständnis für unterschiedliche Lebensgestaltungen wecken
Das geschieht durch
  • Tagungen und Begegnungsangebote zur geistlichen Orientierung, zum Austausch von Erfahrungen, zur Klärung der eigenen Situation, zur Ermutigung und zur Information und Fortbildung
  • Hilfestellung für Frauen in Krisenzeiten, Trennungs- und Scheidungssituationen
  • Interessenvertretung gegenüber der Landeskirche
  • Kontakte zu kirchlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen

Um lebendig und zeitnah zu bleiben, ist diese Arbeit auf Anregungen und Hinweise aus dem Kreis der Frauen von Pfarrern angewiesen. Sie lebt davon, dass sie von möglichst vielen Frauen in Anspruch genommen wird.
Sie sind herzlich eingeladen!
Angesprochen werden Ehefrauen von Vikaren und Pfarrern.
Für getrennt Lebende und Geschiedene gibt es eine eigenen Arbeitsgruppe, die Lebenshilfe anbietet.

Die jährlichen Angebote stehen im Jahresprogramm der Kirchlichen Frauenarbeit .
Hier finden Sie die aktuellen Angebote: VERANSTALTUNGEN / ZIELGRUPPEN

Die Pfarrfrauenarbeit unserer Landeskirche ist mit Delegierten in "Pfarrfrauen und Pfarrmänner in der EKD" vertreten.

Ansprechpartnerin

Barbara Kästner
(Reisereferentin der Kirchlichen Frauenarbeit
Pfarrfrau, verantwortlich für Angebote und Koordinierung)
Hauptstrasse 1, 02692 Großpostwitz
Tel.: 035938 / 982 33
E-mail: barbara.kaestner@evlks.de

Selbsthilfegruppe für geschiedene oder getrennt lebende Pfarrfrauen

Immer wieder erfahren wir, dass Menschen in unserem Lebensumfeld erstaunt, erschrocken oder  verunsichert reagieren, wenn sie eine wie uns kennenlernen: die geschiedene oder getrennt lebende Frau eines evangelischen Pfarrers. Die Prominenten des öffentlichen Lebens unserer Gesellschaft, die ebenfalls geschiedene Pfarrerehen leben, ändern noch nichts an unserer eigenen Lage, die anfangs oft von Scham, Trauer, tiefer Verunsicherung sowie schwierigem Neubeginn gekennzeichnet ist. Es gilt einem Tabu gleich, dass Ehen von Pfarrern unter den mannigfachen Ansprüchen (auch an uns selbst) zerbrechen. Als „Ex-Pfarrfrauen“ haben wir einen hohen Preis gezahlt: seelisch, körperlich, spirituell, ökonomisch.

Die Folgen, die  uns betreffen sind nicht so viel anders als bei anderen zerbrochenen Beziehungen. Und doch gibt es  spezielle, erschwerende Besonderheiten als Frau eines Pfarrers das Scheitern anzuerkennen und neu zu beginnen: Wir müssen (oft noch mit den gemeinsamen Kindern) die Dienstwohnung des Pfarrers verlassen – unsere soziale Beheimatung, wir stehen teils ohne eigenen Beruf und Einkommen da, wir zweifeln zutiefst an der christlichen Botschaft und lernen juristische Wege zu gehen.

In all unseren Geschichten findet sich viel Ähnliches und … irgendwann staunen oder lachen wir über uns selbst. Das gelingt im Austausch, wie bei jeder spezifischen Selbsthilfegruppe. Das kann aber auch erst einmal bedeuten, dass wir anderen Frauen (z .B. in einer prekären Situation) zuhören und mit eigenen Erfahrungen in Einzelkontakten für Betroffene da sind.

Ansprechpartnerinnen für geschiedene oder getrennt lebende Pfarrfrauen:
Angelika Hahn, Tel. 035242-590491
Mail: angelika-hahn@gmx.de

Cornelia Jakob, Tel. 037602 76747
Mail: nele.jakob@gmail.com

Barbara Wohlgemuth, Tel. 0351/2177651