Frauenarbeit und Digitalisierung
Demokratie im Dialog
Frauenkonferenz am 9. Oktober 2021, 10:00 – 15:30 Uhr
Herzlich laden wir Sie ein zur Frauenkonferenz 2021. Mit den revolutionären Umbrüchen 1989 gerieten nicht nur die Frauen in der DDR in Bewegung. Der 9. November 1989 eröffnete auch den Ost- und West-Frauenbewegungen neue Möglichkeiten des Kennenlernens und Austauschs, die beide Seiten Anfang der 1990er intensiv nutzten. Aktivistinnen aus Ost und West organisierten Kongresse, Tagungen und Workshops, bei denen sie sich begegneten, gemeinsame Projekte und Strategien schmiedeten – oder auch stritten. Ein Beispiel ist der erste Ost-West-Frauenkongress 1990 in Ost-Berlin.

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„Der gesamtdeutsche Zug droht uns zu überrollen“, hieß es in der Einladung. „Deswegen ist es an der Zeit, dass Frauen gemeinsam Strategien für eine zukünftige Ost-West-Frauenpolitik entwerfen.“*
Gemeint waren insbesondere die hohe Erwerbsdichte der Frauen, flächendeckende Kinderbetreuung und das liberale Abtreibungsrecht in der DDR.
In Workshops greifen wir die Themen von damals auf, die heute nicht weniger aktuell sind. Geben Sie die Einladung gern an andere ehrenamtlich tätige und interessierte Frauen weiter oder an Frauen, die die Frauenarbeit kennenlernen möchten.
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*https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/angebote/dossiers/30-jahre-geteilter-feminismus/der-ost-west-frauenkongress-1990

9:30 Ankommen und Stehcafé
10:00 Eröffnung
Dr. Erik A. Panzig / Leiter der Frauenarbeit
Kathrin Pflicke / Landesleiterin der Frauenarbeit
10:10 Grußworte
Dr. Gesine Märtens / Staatssekretärin SMJusDEG
OLKRin Margrit Klatte / Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsens
10:25 Impulsreferat
Dr. Jessica Bock
Deutschland (k)ein einig Schwesterland? Frauenbewegung 30 Jahre später – Möglichkeiten und Grenzen von Frauensolidarität heute.
10:40 Vorstellen der Workshopthemen und Referentinnen
10:45 Pause
11:00 Workshops in verschiedenen Räumen im Haus der Kirche

Themen: hier weiterlesen

1. Was verdient die Frau? – Weibliche (Erwerbs)Arbeit im Kontext sozialpolitischer Rahmenbedingungen
Workshop mit Yvonne Wilke, M.A., Politikwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Sozial- und Genderpolitik, Dozentin für Sozialwissenschaften, Koblenz
Der Workshop wird aufzeigen, wie Frauen ins deutsche Sozialsystem eingebettet sind, wie sich ihre (Erwerbs)Tätigkeiten und die damit verbundenen Lebenslagen gestalten. Es wird der Frage nachgegangen, welcher staatlichen und persönlichen Maßnahmen es bedarf, um finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen und weiblicher Altersarmut vorzubeugen. Nach einem fachlichen Input sollen diese Fragen gemeinsam mit den Teilnehmerinnen diskutiert werden.

2. Einmal die Hand ausgerutscht oder wiederkehrendes Muster?
Workshop mit Maxi Kluttig und Kristina Wolff, Fachstelle der LAG gewaltfreies Zuhause Sachsen e.V.
Ein Drittel aller Frauen macht in ihrem Leben Erfahrungen mit häuslicher Gewalt. Eine erschreckend hohe Zahl, die nach möglichen Mustern fragen lässt, aber auch nach dem Ausbau bestehender Hilfestrukturen. In dem Workshop soll auch zum Thema werden, welche politischen Forderungen an Politik und Gesellschaft sich daraus ableiten lassen.

3. Familie 4.0 – wie gelingt es heute, Familie gut zu leben? Welche Familienbilder prägen uns und können bei der Umsetzung des eigenen Familienbildes helfen?
Workshop mit Eva Brackelmann, Geschäftsführerin der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen Sachsen e.V. (eaf) – dem Dachverband von familienbezogenen Einrichtungen, Werken und Verbänden der evangelischen Kirche.
Im Workshop schauen wir auf verschiedene Familienbilder in Ost und West sowie auf deren Veränderung in den letzten Jahren. Welche Rahmenbedingen sind heute wichtig?

4. Der Fall Lina E. : Autonomie, Autonome Projekte und Kriminalisierung von Frauenwiderstand
Workshop mit MdL Juliane Rahel Nagel, Politikwissenschaftlerin, Direktmandatsträgerin des Wahlkreises Leipzig 2 und „Sprachrohr und Netzwerkerin“ der linken Szene in Leipzig-Connewitz.
Der Prozess gegen die 26jährige Lina E. wird seit September vor dem Oberlandesgericht Dresden verhandelt. Boulevardmedien titulierten sie als „Chaotin im Minirock“ und „rote Rächerin“. Die Bundesanwaltschaft sieht in ihr das Gesicht einer radikalisierten, linken Gewalt. Nichtsdestotrotz gilt in dem Kriminalfall bis zum Urteilsspruch die Unschuldsvermutung für die Beschuldigte. Im Workshop wollen wir einerseits der Frage nachgehen, ob autonomer Widerstand zwangsläufig (früher oder später) kriminalisiert wird und ob andererseits Widerstand von Frauen zwangläufig feministisch ist bzw. sein muss? Der „Fall Lina E.“ soll für unsere Diskussion allerdings nur ein Anlass sein, der das jüngste Beispiel der Kriminalisierung von Frauenwiderstand und von autonomen Projekten von/für Frauen darstellt.

12:00 Podiumsdiskussion
12:30 Mittagspause
13:30 Aktuelles aus der Frauenarbeit und Austausch bei Stehcafé
14:30 Gottesdienst mit Abendmahl
mit Einführung des Beirates der Frauenarbeit der EVLKS und Verabschiedungen ehemaliger haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeitender
15:30 Ende

Ort: Haus der Kirche, Hauptstraße 23, 01097 Dresden

Die Konferenz findet unter den besonderen Voraussetzungen aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen statt. Es gilt das Hygienekonzept des Hauses der Kirche Dresden aufgrund der aktuellen Corona-Schutzverordnung.

Kosten: 10,00 EUR
Bankverbindung: Frauenarbeit der EVLKS,
Veranstaltungs-Nr. 2021-18
Bank für Kirche und Diakonie
IBAN: DE39 3506 0190 1600 9000 10
BIC: GENODED1DKD
Ihre Anmeldung erbitten wir bis zum 01.10.2021 an die Frauenarbeit unter folgendem Link www.frauenarbeit-sachsen.de/veranst/veranst_21.php?id=54

Bitte geben Sie für die Teilnahme an den Workshops Ihren Wunsch und eine Alternative an. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie am Mittagessen teilnehmen werden.

Wenn Sie selbst oder eine andere Person Unterstützung benötigen, um an der Veranstaltung teilzunehmen, sprechen Sie uns bitte an.
Kontakt: olga.wagner@evlks.de

Diese Maßnahme wird aus Steuermitteln aufgrund des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes gefördert.

© 15. September 2021
Frauenarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

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